Leitung

Hendrik Haverkamp
Koordinator Digitalität am Evangelisch Stiftischen Gymnasium
Die lernförderlichen Potenziale von KI zu erkennen und für Lern- und Entwicklungsprozesse in Schule und Hochschule nutzbar zu machen, ist mir ein wichtiges Anliegen. Es gilt, die Herausforderungen, die der Einsatz von KI-Schreibwerkzeugen für Unterricht, Lehre und Prüfungen mit sich bringen, nicht mit Verboten zu begegnen, sondern Schüler:innen und Studierende mit einem kritisch-reflektierten und kreativen Umgang mit den Schreibwerkzeugen vertraut zu machen und alternative Prüfungsformate zu entwickeln

Dr. Andrea Klein
Selbstständige Dozentin, Coach, Autorin und Forscherin zum Thema Wissenschaftliches Arbeiten
Den Austausch im virtuellen Kompetenzzentrum schätze ich sehr, weil wir immer wieder aufs Neue ausloten, wie Menschen Künstliche Intelligenz unter anderem beim wissenschaftlichen Arbeiten verantwortungsvoll nutzen können. Mich persönlich interessiert vor allem, welche neuen Möglichkeiten KI für die Forschung und das Schreiben eröffnet und welche Fragen wir dabei nicht aus dem Blick verlieren dürfen. Besonders wichtig ist mir, Studierende und Promovierende dabei zu unterstützen, den KI-Einsatz im Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens reflektiert zu gestalten. Die Arbeit mit Lehrenden ist daher ein wesentliches Element meiner Tätigkeit, denn sie prägen maßgeblich die Bedingungen, unter denen wissenschaftliches Arbeiten erlernt, begleitet und entwickelt wird.

Dr. Nicolaus Wilder
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Pädagogik der CAU in der Abteilung für Allgemeine Pädagogik
KI fordert ein wehrhaftes Bildungssystem. Sie ist nicht einfach ein weiteres Werkzeug, das zusätzlich in Bildungsprozesse integriert werden muss. Sie greift tiefer: in unsere Formen der Wissensentstehung, der sprachlichen Verständigung, der Autoritätszuschreibung und der Selbst- und Weltdeutungen. Gerade deshalb ist es zu wenig, Bildung unter KI-Bedingungen nur als Frage der Anwendungskompetenz zu behandeln. Wehrhafte Bildung richtet sich dabei nicht gegen Technik, sondern gegen die schleichende Verarmung des Bildungsbegriffs. Sie hält daran fest, dass Bildung mehr ist als Informationsverarbeitung zur Outputgenerierung zwecks Problemlösung. Bildung meint die Fähigkeit, sich von einem eigenen Standpunkt aus zur Welt, zu anderen und zu sich selbst ins Verhältnis zu setzen – orientiert an Maßstäben wie Wahrheit, Gerechtigkeit und Verantwortung. Unter einer bloßen Effizienzlogik, die dieser Orientierung entgegensteht, wird KI zur Gefahr für Bildungsprozesse
Kernteam

Dr. Isabella Buck
Referentin für Innovation und Nachhaltigkeit beim Bundesarbeitgeberverband Chemie. Zuvor Leiterin des Competence & Career Center der Hochschule RheinMain. Promotion in der angewandten Gesprächsforschung, anschließend Mitarbeiterin in der Schreibwerkstatt der Hochschule RheinMain.
Meine Perspektive auf generative KI-Tools ist die einer Schreib- und Hochschuldidaktikerin. Als solche habe ich die große Hoffnung, dass das transformative Potenzial von KI-Tools echte Veränderungen in der Art und Weise, wie wir lehren und lernen, bewirkt. KI-Tools sollen nicht einfach als ,Add-on‘ zu Lehrveranstaltungen und Prüfungen hinzukommen, sondern diese tiefgreifend verändern. Der oft propagierte ,shift from teaching to learning‘ ist nun endgültig unausweichlich. Insofern geht es mir auch darum, die Chance von KI-Tools für selbstverantwortliches Lernen zu erkennen und zu fördern, um so metakognitive Kompetenzen bei Lernenden zu stärken und einen nachhaltigen Wandel von Hochschullehre zu fördern.

Steffen Brandt
Projektleitung bei opencampus.sh
Durch die Auswertung von psychologischen Tests und Schulleistungsstudien habe ich mich lange mit statistischen Modellen zur Auswertung von menschlichen Persönlichkeitseigenschaften beschäftigt. Im Rahmen der automatisierten Auswertung von offenen Antworten bin ich dann zum Maschinellen Lernen (ML) gekommen. Dabei interessiert es mich besonders, die methodischen Grundlagen der Modelle zu verstehen und die konzeptuellen Folgen, die diese auf das Lernen der Modelle und auf ihre Ausgaben haben. Mein persönlicher Eindruck ist, dass sich die Messung der Unterschiede in den Fähigkeiten von ML-Modellen zunehmend der Messung der Fähigkeiten von Menschen angleicht. Zu beobachten, wie sich die Kompetenzmessungen in diesen sehr unterschiedlichen Forschungsbereichen inhaltlich annähern, finde ich spannend, und sehe gleichzeitig die Notwendigkeit eines deutlich stärkeren Austauschs zwischen den zugehörigen Disziplinen.

Joscha Falck
Joscha Falck ist Mittelschullehrer an der Mittelschule Rednitzhembach und Schulentwicklungsmoderator in einem Innovationsteam für digitale Bildung in Mittelfranken, Bayern. Neben seiner Unterrichtstätigkeit (Deutsch, Geschichte, Politik, Informatik) hält er Fortbildungen und berät Schulen und Steuergruppen bei Schulentwicklungsprozessen. Darüber hinaus ist er als Referent, Blogger und Autor tätig und Redaktionsmitglied von IQESonline. Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind: Digitale Medien, Schul- und Unterrichtsentwicklung, Didaktik des digital gestützten Unterrichtens, digitale Transformation an Schulen, Künstliche Intelligenz in Schule und Unterricht.
Als Lehrer, Fortbildner und Schulentwickler setze ich mich dafür ein, die Chancen und Potenziale von Künstlicher Intelligenz didaktisch und pädagogisch zu erschließen – und das notwendige Wissen breit in der Schullandschaft zu verankern. Mein besonderes Interesse gilt dabei zentralen Herausforderungen der Schulentwicklung: der gezielten Kompetenzentwicklung im Kollegium, der Gestaltung von individuellem, lernförderlichem Feedback sowie der sinnvollen Weiterentwicklung einer Aufgaben- und Prüfungskultur, die den Einsatz von KI integriert und reflektiert.

Johanna Gröpler
Kommissarische Teamleiterin Auskunft & Teaching Library und Koordination der Schreibberatung im Bereich Lehr- und Lernservices der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin
KI-basierte Tools spielen zunehmend eine Rolle im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens, insbesondere des Schreibens. Mich interessieren sowohl die damit verbundenen Herausforderungen in Zusammenhang mit Texten als Prüfungsleistung als auch die Potenziale, die die Einbindung solcher Programme im Schreibprozess freisetzen kann. Ich sehe das virtuelle Kompetenzzentrum als eine Plattform zur Darstellung neuer Erkenntnisse sowie Wissenssicherung und -erweiterung auf diesem Gebiet. Es bietet den Akteuren verschiedener Fachdisziplinen die Möglichkeit zur Vernetzung.

PD Dr. Nina Kalwa
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am SFB „Common Ground“ der Universität Tübingen und Co-Leiterin des Projekts „Commoning AI“ am RHET AI Center
Ich interessiere mich dafür, wie generative KI Kommunikation verändert und neue Formen der Interaktion hervorbringt. Mit meiner diskurs-, kultur- und kommunikationsbezogenen Forschung möchte dazu beitragen, die Auswirkungen generativer KI auf Interaktionen und Diskurse in unserer heterogenen Gesellschaft differenziert zu erfassen und kritisch zu reflektieren.

Dr. Anika Limburg
Direktorin des Bildungscampus Saarland, Promotion in der angewandten Gesprächsforschung, ehem. Leitung des LehrLernZentrums der Hochschule RheinMain, davor langjährige Tätigkeit im Bereich Schreib- & Hochschuldidaktik am Schreibzentrum / Zentrum für Wissenschaftsdidaktik der Ruhr-Universität Bochum
Mich interessiert am #KI-schreiben-lehren-lernen, wie sich Wissenschaft und wissenschaftliches Handeln durch KI verändert. Diese Veränderungen stellen Hochschulen vor die Herausforderung, nachhaltige Transformationsprozesse zu gestalten, in deren Zuge sowohl konkrete Fragen, beispielsweise zu Prüfungsformen und -modalitäten, aber auch abstraktere wie die nach Guter wissenschaftlicher Praxis beantwortet werden müssen. Als besonders wichtig betrachte ich dabei, die überfachlichen Kompetenzen zu identifizieren, die für #KI-schreiben-lehren-lernen bedeutsam sind – Future Skills, die bei Hochschulentwicklungsprozessen bedacht werden sollten. Es liegt mir daher am Herzen, die breite Hochschulöffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren.

Nadine Lordick
Mitarbeiterin am Zentrum für Wissenschaftsdidaktik der Ruhr-Universität Bochum und im Projekt KI:Expertisezentrum.nrw
Technologien, die mit dem Sammelbegriff „Künstliche Intelligenz“ bezeichnet werden, stellen uns in vielerlei Hinsicht vor Herausforderungen – in der Bildung, aber auch in der gesamten Gesellschaft. Im VK:KIWA diskutieren wir die neuesten Entwicklungen sowohl hinsichtlich der Technologie als auch des Diskurses, der das Ganze begleitet. Dabei treffen durchaus unterschiedliche Meinungen und Haltungen aufeinander, und selten erlebe ich einen kontroversen Austausch als so gewinnbringend wie im VK:KIWA.

Margret Mundorf
Freie Dozentin, Trainerin und Referentin zu den Themen Fach- und Wissenskommunikation sowie Schreiben in Wissenschaft & Berufswelt; Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Schreibdidaktik und Schreibforschung (gefsus) sowie Herausgeberin der wbv-Buchreihe „Theorie und Praxis der Schreibwissenschaft
Als Linguistin interessiert mich vor allem, wie KI den Sprachgebrauch verändert: Wie beeinflussen Natural Language Processing und KI-Sprachmodelle das Schreiben und schriftliche Texte, die fachliche Kommunikation und den Umgang mit Wissen? Mithilfe von multimodaler KI können Menschen schnell Wissen erwerben und verarbeiten und leicht die Grenzen zwischen einzelnen Sprachen, Sprachstilen und Registern sowie zwischen Text, Bild und Programmcode überwinden. Gleichzeitig drohen Ungleichheit durch Zugangsbarrieren, eine Monopolisierung und Marginalisierung von Wissen sowie eine Uniformisierung des Sprechens oder gar des Denkens. Ich bin überzeugt, dass die Sprache für das Denken, für unsere Verständigung und die Identität von Einzelnen und Gemeinschaften eine machtvolle Bedeutung hat. Mein Anliegen ist es daher, das Zusammenspiel von Mensch, Technik und Sprache zu erforschen (insbesondere in den Domänen von Bildung und Recht) und auf eine dem Menschen dienliche Weise zu gestalten. Das virtuelle Kompetenzzentrum bietet dafür einen Raum mit offenem Austausch, neugierig-begeisterten und kritisch-reflektierenden Perspektiven, innovativen Ideen und transdisziplinärer Forschung

Oliver Nahm
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich „Lehren und Lernen, Bildungspersonal“ am Bundesinstitut für Berufsbildung
Meine Perspektive auf generative KI ist die der beruflichen Bildung. Mich interessiert nicht, wie wir bestehende Ausbildungsprozesse mit KI ein bisschen schneller, bunter oder effizienter machen. Mich interessiert, was bleibt, wenn KI vieles kann, was wir bisher für menschliche Kompetenz gehalten haben.
Generative KI ist für mich deshalb kein Add-on zur Ausbildung, sondern ein Prüfstein: Sie zwingt uns, neu zu klären, wofür wir eigentlich ausbilden, welche Rolle Ausbilderinnen und Ausbilder künftig einnehmen und welche Kompetenzen Lernende brauchen, wenn Informationen, Formulierungen und Lösungen jederzeit verfügbar sind.
Das eigentliche Potenzial liegt dabei nicht in großen KI-Leuchtturmprojekten, sondern im konkreten Ausbildungsalltag: bei der Vorbereitung von Lernprozessen, bei Feedback, Differenzierung, Reflexion und Orientierung. Aber genau dort entscheidet sich auch, ob KI Lernen stärkt oder schwächt. Wenn KI nur Arbeit abnimmt, kann sie Kompetenzen untergraben. Wenn sie pädagogisch eingebettet wird, kann sie Räume öffnen – für mehr Urteilskraft, Selbstverantwortung, Beziehung und echtes Verstehen.
Für mich ist generative KI daher vor allem eine Zumutung im besten Sinne: Sie macht sichtbar, was an beruflicher Bildung unverzichtbar menschlich bleibt.

Dr. Peter Salden
Leiter des Zentrums für Wissenschaftsdidaktik der Ruhr-Universität Bochum, Leiter des Projekts KI:Expertisezentrum.nrw
Die neuen Entwicklungen im Natural Language Processing (NLP) werfen wichtige didaktische Fragen auf: Wie verändert sich das Lehren und Lernen, wenn Texte automatisiert erstellt werden können? NLP ist daher für mich ein aktuelles Schlüsselthema der Wissenschaftsdidaktik.

Prof. Dr. Kirsten Schindler
Professorin für Sprachdidaktik an der Bergischen Universität Wuppertal, wissenschaftliche Direktorin des Instituts für Schreibwissenschaft (ISW) an der SRH Berlin, Herausgeberin der Buchreihe „Theorie und Praxis der Schreibwissenschaft“ (wbv) und Mitglied im Sprecherteam AI4EF (Artificial Intelligence for Empowering the Future).
An der Bergischen Universität Wuppertal bilde ich angehende Lehrkräfte im Fach Deutsch aus und will sie befähigen, sich fundiert und reflektiert mit KI auseinanderzusetzen, um Schüler*innen in ihren Lernprozessen sinnvoll zu begleiten. Als Schreibforscherin interessieren mich die technologischen Möglichkeiten und die didaktischen Arrangements rund um das Schreiben, wobei mich vor allem die Frage umtreibt, ob und wie wir Kompetenzen dazugewinnen oder verlieren werden.

Dr. Melinda Veggian
Moderatorin im Auftrag des Pädagogischen Austauschdienstes im Rahmen der Initiative eTwinning for Future Teachers Fremdsprachenlehrerin am Gymnasium der Stadt Würselen
Die Weiterentwicklung unserer Lernkultur im Kontext der digitalen Transformation ist eine komplexe Herausforderung und braucht Menschen, die sich mit Leidenschaft dafür einsetzen, diesen Prozess zu gestalten. Ich leite den Thinktank „Lehren und Lernen im Kontext von KI“, weil ich davon überzeugt bin, dass ein institutions- und länderübergreifender Austausch von Ideen und Konzepten entscheidend ist, um diese nur gemeinschaftlich lösbare Aufgabe anzugehen. Im Hinblick auf meine Forschungsaktivität interessiert mich der Einsatz von „KI“ in mehrsprachigen Lehr- und Lernkontexten, um in digitalen Kooperationsprojekten mit internationalen Partnerschulen authentische, interkulturelle Kommunikation im Fremdsprachenunterricht zu implementieren.

Prof. Dr. Doris Weßels
Professorin für Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Kiel, Initiatorin und Leiterin der Fachgruppe „KI und Academic Writing“ beim KI-ExpertLab Hochschullehre
KI in Zusammenhang mit Sprache – in Schriftform sowie in gesprochenem Wort – ist eine der wesentlichen Zukunftstechnologien. Darüber hinaus ist Sprache auch ein Machtinstrument. Daher müssen wir dringend das Bewusstsein für diese neue Schlüsseltechnologie sowohl bei Lehrenden wie auch bei Lernenden schärfen und darüber einen Diskurs im Umgang mit KI-Sprachmodellen anstoßen. Letztlich geht es um Aufklärungsarbeit, weil die damit einhergehenden Veränderungen, die aus meiner Sicht disruptiv sind, in der Bildung und Wissenschaft noch nicht als solche wahrgenommen werden.
